Was bedeutet Buddhismus?

Buddhismus bedeutet ‚die Lehre Buddhas’ oder ‚die Lehre des Erleuchteten’. Der Buddhismus ist eine Lebenslehre. Der Buddhismus bezieht sich hauptsächlich auf den Menschen, und es ist sein Ziel, den menschlichen Geist soweit zu entwickeln, dass er selber erkennt, was in Wirklichkeit gut und schlecht, richtig und falsch, vernünftig und unvernünftig ist. Das Hauptziel der buddhistischen Lehre ist das geistige Wohlergehen der Menschen und eine fürsorgliche, verantwortungsbewusste Lebenshaltung. Die buddhistische Lehre ist wegen ihrer Lebensweisheit für alle Mitmenschen leicht zugänglich und gelangt in allen Situationen des menschlichen Lebens zur Anwendung.


Was bedeutet der Name ‚Buddha’?

‚Buddha’ ist nicht ein persönlicher Name, sondern der Ehrenname für den grossartigen Menschen, der die Erleuchtung erlangt hat, d.h. der die wirkliche Natur aller Welten erkannt hat. All das, was auf dieser Welt existiert, ist ganz alleine abhängig von der Natur der eigenen Bedingungen. Dies bezieht sich nicht nur auf die lebenden Wesen, sondern gilt auch für alle Geisteswesen. Alle Dinge im grobstofflichen sowie auch im feinstofflichen Bereich sind in ihrer Entstehung abhängig vom Gesetz von Ursache und Wirkung. Sie alle besitzen die gleichen drei Charaktere (sammannalakkhana), nämlich: Vergänglichkeit (anicca), Leiden oder Unzulänglichkeit (dukkha) und Besitzlosigkeit oder Substanzlosigkeit (anatta). Die Lehre Buddhas zeigt dem Menschen, wie er diese wahre und wirkliche Natur erkennen und verstehen kann. Eine Möglichkeit, Erkenntnis zu erlangen, besteht in der Meditation. Durch die Meditation kann sich der menschliche Geist sehr weit entwickeln, und er wird sich dadurch von seinem Lebensdurst, seinem Hass und seiner Verblendung befreien können. Somit erhält er einen ungehinderten Einblick in die wahre und wirkliche Natur aller Dinge.


Was ist die Aufgabe des Buddhistischen Zentrums?

Im Jahre 1984 wurde die Vereinigung Wat Thai gegründet. Sie stellte sich zwei wichtige Aufgaben:

  1. Organisation von religiösen Anlässen für alle in der Schweiz lebenden Thai-Buddhisten in Zusammenarbeit mit buddhistischen Mönchen aus Thailand;
  2. Pflege der Thai-Kultur.

Ferner war beabsichtigt, Verständnis für die kulturellen und religiösen Bedürfnisse der Thailänderinnen und Thailänder in der Schweiz zu entwickeln.


Wie entstand das Wat Srinagarindravararam?

Im Jahre 1988 wurde der Abt von Wat Benchamabopitr (Marmortempel in Bangkok), der Ehrw. Somdet Phrabuddhajinawong, von der Vereinigung Wat Thai in die Schweiz eingeladen, wo er die Mutter des thailändischen Königs, IKH Somdet Phrasrinagarindra. (in Lausanne) besuchte. Auf den Vorschlag des Ehrw. Somdet Phrabuddhajinawong, ein buddhistisches Zentrum in der Schweiz zu bauen, zeigte die Königsmutter ein grosses Interesse. Seit dieser Zeit hat sie den Bau dieses Zentrums mit rund einer Million Schweizer Franken unterstützt. Aus Dankbarkeit gegenüber IKH Phrasrinagarindra, welche sich der Schweiz und den Schweizerinnen sehr verbunden fühlte, bat 1993 der ehrw. Abt, Phrasirivuddhimeddhi im Einverständnis mit der Vereinigung Wat Thai um Erlaubnis, dieses Zentrum nach ihr benennen zu dürfen. So erlaubte sie dem Tempel den Namen „Wat Srinagarindravararam“ zu geben. Die Königsmutter verstarb im Jahre 1995.

Das neue Zentrum hat folgende Aufgaben zu erfüllen:

  1. Es soll ein Ort für buddhistische Mönche sein.
  2. Es soll ein Studien-Zentrum für Theravada-Budhisten und alle interessierten Mitmenschen sein.
  3. Es soll ein Ort der Ruhe, der Meditation und der buddhistischen Lehre (Dhamma) sein.
  4. Es soll hilfesuchenden Menschen nach den buddhistischen Prinzipien Unterstützung bieten (besonders für Personen aus Thailand, Laos, Kambodscha und ihre Partner).
  5. Es soll ein Zentrum zur Pflege der Thai-Sprache, der Thai-Tradition und der Thai-Kultur sein.

Nebst den bereits genannten Aufgaben ist das Zentrum nicht nur für Thai-Buddhisten, sondern auch für alle anderen Menschen zugänglich, die sich für die Buddhistische Lehre interessieren.

Die Pforten des Zentrums sind jeden Tag mindestens von morgens 07.30 Uhr bis abends 21.00 Uhr für alle geöffnet, je nach Bedarf auch wesentlich länger. Buddhistische Mönche beschäftigen sich nicht mit Politik, und missionieren widerspricht der buddhistischen Lehre. In dieser Hinsicht kann der Buddhismus mit einem Fluss verglichen werden: Der Durstige muss sich zum Wasser begeben um zu trinken. Niemals wird Wasser zum Dürstenden fliessen. Wenn di Mönche auf Besuch gehen, dann nur auf Einladung und um religiöse Zeremonien abzuhalten wie: Geburtstagsfeiern, Hauseinweihungen Trauerfeiern etc. Werden Mönche aus Thailand ins Ausland als Religionslehrer eingeladen, so haben sie sich einem komplizierten Prozedere zu unterziehen. Sie werden von höher gestellten Mönchen auf ihre Eignung geprüft und ihrer Qualifikation entsprechend eingesetzt. Das Leben der Mönche ist äusserst einfach. Sie erhalten für ihre Arbeit keine Entlöhnung. Es wird ihnen nur Unterkunft und Essen zur Verfügung gestellt. Sie sind völlig besitzlos. Ihr Leben hängt also ganz von den Spenden der Gläubigen ab. Sie widmen ihr Leben dem geistigen Wohlergehen ihrer Mitmenschen und halten sich dabei an die Prinzipien der Lehre Buddhas.


Was gehört zu den Aufgaben der buddhistischen Mönche?

Der Tag beginnt mit der Morgen-Meditation von 06.00 Uhr bis 07.00 Uhr. Der Morgen dient der Beschäftigung mit der Lehre und der Erledigung der täglich anfallenden Arbeiten. Nach erneuter kurzer Meditation wird das von Laien offerierte Mittagsmahl um 11.00 eingenommen. Nach 12.00 Uhr nehmen die Mönche bis zum folgenden Morgen keine feste Nahrung mehr zu sich. Am Nachmittag und frühen Abend widmen sie sich den Zentrumsbesuchern oder dem Studium der Lehre. Der Tag wird durch die Abendmeditation beschlossen (Di/Mi:21.00 -22.00 Uhr; andere Abende 20.00 – 21.00Uhr).

Jeweils am Montag und Donnerstag von 18.00 bis 20.00 bieten die Mönche ein Meditations-Training für Anfänger an. Dienstag und Mittwoch um 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr Training für erfahrene Teilnehmer.

 An gewissen Tagen finden Dhamma-Diskussionen über Meditation und andere Themen in englischer Sprache statt, am Sonntag zwischen 14.30 Uhr und 16.30 in thailändischer Sprache.

Die Mönche engagieren sich speziell auch für Zeremonien an buddhistischen Feiertagen und Festen. Die wichtigsten buddhistischen Feiertage sind:

  • Maka-Pucha-Tag: am Vollmondtag des dritten Mondzyklus
  • Visaka-Pucha-Tag: am Vollmondtag des sechsten Mondzyklus
  • Asalha-Pucha-Tag: am Vollmondtag des achten Mondzyklus
  • Ook-Pansa-Tag: am Vollmondtag des elften Mondzyklus

Die wichtigsten weltlichen Feste, an denen buddhistische Zeremonien zelebriert werden, sind:

Songkran-Fest, das thailändische Neujahrsfest, am 13. April;

Loi Kratong-Fest, das Lichterfest am Vollmondtag des 12. Mondzyklus.

Die Mitglieder der Vereinigung Wat Thai erhalten zu solchen Anlässen jeweils eine spezielle Einladung.

Damit Sie den grösstmöglichen Nutzen aus Ihrem Besuch ziehen können, sind Sie gebeten, Ihren Besuch telefonisch anzukündigen.

Mögen alle Lebewesen frei sein von Feindschaft, Boshaftigkeit und Schmerz.

Mögen sie alle eine glückliche Existenz führen.

Wat Srinagarindravararam

Buddhistisches Zentrum

Im Grund 7

CH – 5014 Gretzenbach

Tel. 062/858 60 30   Fax 062/858 60 35

www. wat-srinagarin.com